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Sprach- und Sprechstörungen im Kindes- und Jugendalter

Sprachentwicklungsverzögerung und Sprachentwicklungsstörung:

Hierbei treten Auffälligkeiten in der Sprach- und Sprechentwicklung auf, die sowohl zeitlich als auch inhaltlich von der normalen Entwicklung abweichen können. Es können einzelne aber auch alle Sprachbereiche, wie das Sprachverständnis, die Lautbildung, der Wortschatz, die Grammatik und die sprachliche Durchgliederungsfähigkeit betroffen sein. Häufig besteht ein Zusammenhang zu anderen sogenannten allgemeinen Entwicklungsverzögerungen.

Von einer Sprachentwicklungsverzögerung spricht man, wenn in den ersten drei Lebensjahren zeitliche Abweichungen (um mind. 6 Monate) von der physiologischen Sprachentwicklung bestehen. Ab dem dritten Lebensjahr werden die sprachlichen Auffälligkeiten als eine Sprachentwicklungsstörung kategorisiert. Aus einer anfänglich diagnostizierten Sprachentwicklungsverzögerung kann eine Sprachentwicklungsstörung hervorgehen. Dies muss jedoch nicht der Fall sein.

Zu einer spezifischen Untergruppe zählen die sogenannten Late Talker. Gemeint sind Kinder, die trotz einer altersgerechten Gesamtentwicklung auffallend spät mit dem Sprechen erster Wörter beginnen, bis zum 24. Lebensmonat weniger als 50 Wörter aktiv bilden und/oder keine Wortkombinationen zeigen. Statistisch sind in der Folge ca. 50 % der Kinder von einer tatsächlichen Sprachentwicklungsstörung betroffen, während die anderen 50 % der Kinder ihre Sprache zwar spät aber dennoch regelrecht entwickeln.

Bei Kindern mit einer sogenannten Spezifischen Sprachentwicklungsstörung liegen keine Beeinträchtigungen in der Gesamtentwicklung vor, sondern es treten ausschließlich Auffälligkeiten in den Bereichen der Sprachentwicklung auf. 

Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):

Eine verbale Entwicklungsdyspraxie ist eine Form der Sprechapraxie, die im Kindesalter auftritt. Sie kann als Teilsymptom einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung in Erscheinung treten.

Als Hauptsymptom zeigt sich eine z.T. schwere Artikulationsstörung, die ihre Ursache auf der Ebene der Sprechbewegungsplanung bzw. der zentralen Programmierung zentral-motorischer Prozesse von Äußerungen hat. Die betroffenen Kinder sind nicht oder nur eingeschränkt in der Lage, ihre Artikulationsorgane für eine geplante Sprechbewegung bewusst und kontrolliert einzusetzen.

Das Störungsbild der verbalen Entwicklungsdyspraxie muss differenzialdiagnostisch von anderen Artikulationsstörungen im Kindesalter abgegrenzt werden. Dies hat Auswirkungen auf den Therapieerfolg, denn es greifen bei einer VED nur spezielle Methoden. 

Sprachverständnisstörungen

Es können das Wort-, Satz-, Sprach-, Aufgaben- und Textverständnis betroffen sein. Sprachverständnisstörungen treten häufig als Teilsymptome einer komplexen Sprachentwicklungsstörung oder eines Dysgrammatismus auf, können aber auch isoliert vorkommen. Isolierte Störungen werden in jungen Lebensjahren häufiger übersehen, da die Kinder mit ihren expressiven Sprachfähigkeiten die Schwierigkeiten  kompensieren.

Lautfehlbildungen/Artikulationsstörungen/Dyslalien

Bei nicht altersgerechten Lautfehlbildungen spricht die Logopädie von Artikulationsstörungen. Es können einzelne Laute, Lautverbindungen und Silben betroffen sein. Je nach Ausprägungsgrad der Artikulationsstörung kann die Verständlichkeit des Sprechens mehr oder weniger erschwert sein..

Artikulationsstörungen können auf phonologischer Ebene und/oder auf phonetischer Ebene vorkommen.

Bei Störungen auf phonologischer Ebene hat das Kind Schwierigkeiten, Laute auditiv sicher zu erkennen und zu differenzieren. Es kommt zu Lautersetzungen durch ähnliche Laute. Aber auch Lautauslassungen, Lauthinzufügungen und Lautverschiebungen sind typisch. Diese Lautfehlbildungen können konstant und inkonstant auftreten. Die auditive Fremdwahrnehmung und Eigenwahrnehmung von Lauten sind betroffen.

Die Ursachen hierfür lassen sich in peripheren Höreinschränkungen aber auch in der zentralen Hörverarbeitung suchen.

Bei Störungen auf phonetischer Ebene beherrscht das Kind den Laut, bildet ihn aber motorisch nicht korrekt. Typisch sind z.B. s-Laut-Fehlbildungen wie ein Sigmatismus interdentalis (Lispeln), laterale Bildungsweisen von Lauten oder ein nasaler Durchschlag bei der Lautverbindung /kn-/.

Die Ursachen sind in mundmotorischen, kinästhetischen und koordinativen Bereichen zu suchen. Auch die intraorale Wahrnehmung kann betroffen sein.

Das myofunktionelle Gleichgewicht kann isoliert aber auch in Zusammenhang zu ganzheitlichen motorischen Reiferückständen oder Fehlentwicklungen gestört sein.

Rhinonalien/Näseln (alle Formen)

Eine Rhinolalie ist eine Sonderform der Artikulationsstörungen. Sie geht mit einem  näselnden Stimmklang einher (Rhinophonie). Ursachen sind in funktionellen oder organischen Einschränkungen des Gaumensegels zu finden. Wir unterscheiden offenes, geschlossenes und gemischtes Näseln.

Sprach- und Sprechstörungen bei LKGS (Lippen-Kiefer-Gaumenspalte)

Die Ausprägung einer Sprechstörung bei LKGS kann sehr unterschiedlich sein und wird von uns immer individuell betrachtet. Myofunktionelle Therapien und Artikulationstherapien können konkrete Schwerpunkte einer Behandlung sein.

Zielstellungen sind die Optimierung eines orofazialen Gleichgewichtes, phonetische und phonologische Lautkorrekturen, eine Verbesserung von Atemfunktionen einschließlich der Luftstromlenkung und der Abbau des Näselns (Rhinolalie/-phonie).

Auch die Therapie von Fütter-, Ess- und Schluckstörungen in den ersten Lebensjahren können vor und parallel zur Sprechtherapie ein wesentlicher Therapieinhalt sein.

Des Weiteren können Kinder mit LKGS auch von zusätzlichen Entwicklungs- und Sprachstörungen betroffen sein.

Sprech- und Sprachstörungen bei peripheren und zentralen Hörstörungen

Eine unzureichende Hörfähigkeit kann sich entscheidend auf die Sprech- und Sprachentwicklung eines Kindes auswirken. Folgen sind partielle, multiple oder universelle Artikulationsstörungen, Beeinträchtigungen des phonologischen Arbeitsgedächtnisses bzw. der phonologischen Bewusstheit, Fehlentwicklungen des Sprachverständnisses und damit der Sprachentwicklung allgemein.

Zusätzlich können Kinder und Jugendliche von Stimmstörungen als Folgeerscheinung betroffen sein.

Weitere häufige Begleiterscheinungen sind Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme sowie motorische Unruhe in der Kommunikation und bei Höranforderungen.

Periphere Hörstörungen haben ihre Ursachen im Außen-, Mittel- und/oder Innenohr. Typische Bilder ergeben sich z.B. aus einer sogenannten Schallleitungsschwerhörigkeit im Mittelohr z.B. durch Ergüsse, Tubenbelüftungsstörungen oder andere Funktionseinschränkungen von Trommelfell und Gehörknöchelchen.

Auch Patient*innen mit Innenohrschwerhörigkeiten, die heutzutage meist schon in frühester Kindheit und unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Cochlea Implantat medizinisch versorgt werden, können von einer logopädischen Entwicklungsbegleitung mit Hörtherapie enorm profitieren.

Periphere Hörstörungen können eine Fehlentwicklung der zentralen Hörfähigkeit mit verursachen und weitere Folgesymptome auslösen.

Zentrale Hörstörungen/auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVS oder AVWS) haben ihre Problematik in einer unzureichenden Wahrnehmung und Verarbeitung in Bereichen des zentralen Nervensystems.

Diese können sich auf konkrete übergeordnete Wahrnehmungs- und Hörverarbeitungsprozesse beziehen, aber auch auf sprachspezifische Wahrnehmungs- und Hörverarbeitungsprozesse, wie z.B. Lautwahrnehmung und -differenzierung, Wort-, Satz- und Sprachverständnis.

Sprach- und Sprechstörungen bei tiefgreifenden Entwicklungs- und Regulationsstörungen

Wir behandeln in unserer Praxis Kinder und Jugendliche mit komplexen und tiefgreifenden Sprachentwicklungsstörungen. Diese sind im Folgenden aufgezählt:

  • Mutismus/selektiver Mutismus
  • Autismus: frühkindlicher Autismus und Autismusspektrumstörungen
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen und bei AD(H)S
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Verhaltensstörungen
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Störungen der sensomotorischen Integration (SI) und neuronalen Unreife
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Lernbehinderung
  • Sprachentwicklungsstörungen bei geistiger Behinderung
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Mehrfachbehinderung
  • Sprachentwicklungsstörungen als Teilsymptom von Syndromen
  • Sprachentwicklungsstörungen nach Schädel-Hirn-Trauma und nach Schädigungen des zentralen Nervensystems (Unfallschäden, Schlaganfall, Epilepsie u.a.)

Dysgrammatismus (Störung der Grammatik)

Dies betrifft Störungen des Satzverständnisses, der Satzbildung und der Morphologie.

Häufig besteht auch eine verkürzte auditive Hörmerkspanne. Die sprachliche Strukturierungs- und Durchgliederungsfähigkeit können infolge unausgereift sein.

Wortschatzstörungen/
Wortfindungsstörungen:

Der passive Wortschatz (Wortverständnis) und der aktive Wortschatz entwickeln sich hierbei verzögert. Das Kind hat in der Kommunikation keinen ausreichenden Wortschatz zur Verfügung, um seine Wünsche, Bedürfnisse und Erlebnisse gezielt und sicher ausdrücken zu können.

Auch können sich in der Entwicklung tiefgreifende Wortfindungsstörungen mit Auswirkungen auf den Redefluss und das Ausdrucksvermögen zeigen.

Störungen des Schriftspracherwerbs/Lese-Rechtschreib-Störungen (LRS)

Kinder und Jugendliche (auch Erwachsene) mit LRS weisen häufig kombinierte Störungen basaler auditiver, visueller und motorisch-koordinativer Fähigkeiten auf. Funktionen der zentralen neuronalen Organisation unterliegen ursächlich einer Fehlreifung in frühen kindlichen Entwicklungsstadien und beeinträchtigen im späteren Entwicklungsverlauf aufbauende Fähigkeiten, wie z. B. Lese-, Schreiberwerb, mathematische Fähigkeiten, assoziative Prozesse, komplexe Texterfassung, sprachliche Durchgliederungsfähigkeit.

Wir behandeln Lese-Rechtschreib-Schwächen (LRS) im Zusammenhang zu:

  • Sprachentwicklungsverzögerungen und –störungen
  • AV(W)S/zentralen Hörstörungen und verkürzter Hörmerkfähigkeit
  • Störungen des phonologischen Arbeitsgedächtnisses/der phonologischen Bewusstheit/Lautdifferenzierungsschwächen u.ä.
  • Komplexen Textverarbeitungsschwächen und Einschränkungen der sprachlichen Durchgliederungsfähigkeit
  • neuronaler Fehl- und Unreife von sensomotorischen Entwicklungsprozessen in Kombination mit o.g. Störungsbildern

Sprachentwicklungsverzögerung und Sprachentwicklungsstörung

Sprachentwicklungsverzögerung und Sprachentwicklungsstörung:

Hierbei treten Auffälligkeiten in der Sprach- und Sprechentwicklung auf, die sowohl zeitlich als auch inhaltlich von der normalen Entwicklung abweichen können. Es können einzelne aber auch alle Sprachbereiche, wie das Sprachverständnis, die Lautbildung, der Wortschatz, die Grammatik und die sprachliche Durchgliederungsfähigkeit betroffen sein. Häufig besteht ein Zusammenhang zu anderen sogenannten allgemeinen Entwicklungsverzögerungen.

Von einer Sprachentwicklungsverzögerung spricht man, wenn in den ersten drei Lebensjahren zeitliche Abweichungen (um mind. 6 Monate) von der physiologischen Sprachentwicklung bestehen. Ab dem dritten Lebensjahr werden die sprachlichen Auffälligkeiten als eine Sprachentwicklungsstörung kategorisiert. Aus einer anfänglich diagnostizierten Sprachentwicklungsverzögerung kann eine Sprachentwicklungsstörung hervorgehen. Dies muss jedoch nicht der Fall sein.

Zu einer spezifischen Untergruppe zählen die sogenannten Late Talker. Gemeint sind Kinder, die trotz einer altersgerechten Gesamtentwicklung auffallend spät mit dem Sprechen erster Wörter beginnen, bis zum 24. Lebensmonat weniger als 50 Wörter aktiv bilden und/oder keine Wortkombinationen zeigen. Statistisch sind in der Folge ca. 50 % der Kinder von einer tatsächlichen Sprachentwicklungsstörung betroffen, während die anderen 50 % der Kinder ihre Sprache zwar spät aber dennoch regelrecht entwickeln.

Bei Kindern mit einer sogenannten Spezifischen Sprachentwicklungsstörung liegen keine Beeinträchtigungen in der Gesamtentwicklung vor, sondern es treten ausschließlich Auffälligkeiten in den Bereichen der Sprachentwicklung auf. 

Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED)

Verbale Entwicklungsdyspraxie (VED):

Eine verbale Entwicklungsdyspraxie ist eine Form der Sprechapraxie, die im Kindesalter auftritt. Sie kann als Teilsymptom einer spezifischen Sprachentwicklungsstörung in Erscheinung treten.

Als Hauptsymptom zeigt sich eine z.T. schwere Artikulationsstörung, die ihre Ursache auf der Ebene der Sprechbewegungsplanung bzw. der zentralen Programmierung zentral-motorischer Prozesse von Äußerungen hat. Die betroffenen Kinder sind nicht oder nur eingeschränkt in der Lage, ihre Artikulationsorgane für eine geplante Sprechbewegung bewusst und kontrolliert einzusetzen.

Das Störungsbild der verbalen Entwicklungsdyspraxie muss differenzialdiagnostisch von anderen Artikulationsstörungen im Kindesalter abgegrenzt werden. Dies hat Auswirkungen auf den Therapieerfolg, denn es greifen bei einer VED nur spezielle Methoden. 

Dysgrammatismus (Störung der Grammatik)

Dysgrammatismus (Störung der Grammatik)

Dies betrifft Störungen des Satzverständnisses, der Satzbildung und der Morphologie.

Häufig besteht auch eine verkürzte auditive Hörmerkspanne. Die sprachliche Strukturierungs- und Durchgliederungsfähigkeit können infolge unausgereift sein.

Wortschatzstörungen/ Wortfindungsstörungen

Wortschatzstörungen/
Wortfindungsstörungen:

Der passive Wortschatz (Wortverständnis) und der aktive Wortschatz entwickeln sich hierbei verzögert. Das Kind hat in der Kommunikation keinen ausreichenden Wortschatz zur Verfügung, um seine Wünsche, Bedürfnisse und Erlebnisse gezielt und sicher ausdrücken zu können.

Auch können sich in der Entwicklung tiefgreifende Wortfindungsstörungen mit Auswirkungen auf den Redefluss und das Ausdrucksvermögen zeigen.

Sprachverständnisstörungen

Sprachverständnisstörungen

Es können das Wort-, Satz-, Sprach-, Aufgaben- und Textverständnis betroffen sein. Sprachverständnisstörungen treten häufig als Teilsymptome einer komplexen Sprachentwicklungsstörung oder eines Dysgrammatismus auf, können aber auch isoliert vorkommen. Isolierte Störungen werden in jungen Lebensjahren häufiger übersehen, da die Kinder mit ihren expressiven Sprachfähigkeiten die Schwierigkeiten  kompensieren.

Lautfehlbildungen/ Artikulationsstörungen/ Dyslalien

Lautfehlbildungen/
Artikulationsstörungen/
Dyslalien

Bei nicht altersgerechten Lautfehlbildungen spricht die Logopädie von Artikulationsstörungen. Es können einzelne Laute, Lautverbindungen und Silben betroffen sein. Je nach Ausprägungsgrad der Artikulationsstörung kann die Verständlichkeit des Sprechens mehr oder weniger erschwert sein..

Artikulationsstörungen können auf phonologischer Ebene und/oder auf phonetischer Ebene vorkommen.

Bei Störungen auf phonologischer Ebene hat das Kind Schwierigkeiten, Laute auditiv sicher zu erkennen und zu differenzieren. Es kommt zu Lautersetzungen durch ähnliche Laute. Aber auch Lautauslassungen, Lauthinzufügungen und Lautverschiebungen sind typisch. Diese Lautfehlbildungen können konstant und inkonstant auftreten. Die auditive Fremdwahrnehmung und Eigenwahrnehmung von Lauten sind betroffen.

Die Ursachen hierfür lassen sich in peripheren Höreinschränkungen aber auch in der zentralen Hörverarbeitung suchen.

Bei Störungen auf phonetischer Ebene beherrscht das Kind den Laut, bildet ihn aber motorisch nicht korrekt. Typisch sind z.B. s-Laut-Fehlbildungen wie ein Sigmatismus interdentalis (Lispeln), laterale Bildungsweisen von Lauten oder ein nasaler Durchschlag bei der Lautverbindung /kn-/.

Die Ursachen sind in mundmotorischen, kinästhetischen und koordinativen Bereichen zu suchen. Auch die intraorale Wahrnehmung kann betroffen sein.

Das myofunktionelle Gleichgewicht kann isoliert aber auch in Zusammenhang zu ganzheitlichen motorischen Reiferückständen oder Fehlentwicklungen gestört sein.

Rhinonalien/Näseln (alle Formen)

Rhinonalien/Näseln (alle Formen)

Eine Rhinolalie ist eine Sonderform der Artikulationsstörungen. Sie geht mit einem  näselnden Stimmklang einher (Rhinophonie). Ursachen sind in funktionellen oder organischen Einschränkungen des Gaumensegels zu finden. Wir unterscheiden offenes, geschlossenes und gemischtes Näseln.

Sprach- und Sprechstörungen bei LKGS (Lippen-KIefer-Gaumenspalte)

Sprach- und Sprechstörungen bei LKGS (Lippen-Kiefer-Gaumenspalte)

Die Ausprägung einer Sprechstörung bei LKGS kann sehr unterschiedlich sein und wird von uns immer individuell betrachtet. Myofunktionelle Therapien und Artikulationstherapien können konkrete Schwerpunkte einer Behandlung sein.

Zielstellungen sind die Optimierung eines orofazialen Gleichgewichtes, phonetische und phonologische Lautkorrekturen, eine Verbesserung von Atemfunktionen einschließlich der Luftstromlenkung und der Abbau des Näselns (Rhinolalie/-phonie).

Auch die Therapie von Fütter-, Ess- und Schluckstörungen in den ersten Lebensjahren können vor und parallel zur Sprechtherapie ein wesentlicher Therapieinhalt sein.

Des Weiteren können Kinder mit LKGS auch von zusätzlichen Entwicklungs- und Sprachstörungen betroffen sein.

Sprech- und Sprachstörungen bei peripheren und zentralen Hörstörungen

Sprech- und Sprachstörungen bei peripheren und zentralen Hörstörungen

Eine unzureichende Hörfähigkeit kann sich entscheidend auf die Sprech- und Sprachentwicklung eines Kindes auswirken. Folgen sind partielle, multiple oder universelle Artikulationsstörungen, Beeinträchtigungen des phonologischen Arbeitsgedächtnisses bzw. der phonologischen Bewusstheit, Fehlentwicklungen des Sprachverständnisses und damit der Sprachentwicklung allgemein.

Zusätzlich können Kinder und Jugendliche von Stimmstörungen als Folgeerscheinung betroffen sein.

Weitere häufige Begleiterscheinungen sind Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme sowie motorische Unruhe in der Kommunikation und bei Höranforderungen.

Periphere Hörstörungen haben ihre Ursachen im Außen-, Mittel- und/oder Innenohr. Typische Bilder ergeben sich z.B. aus einer sogenannten Schallleitungsschwerhörigkeit im Mittelohr z.B. durch Ergüsse, Tubenbelüftungsstörungen oder andere Funktionseinschränkungen von Trommelfell und Gehörknöchelchen.

Auch Patient*innen mit Innenohrschwerhörigkeiten, die heutzutage meist schon in frühester Kindheit und unter bestimmten Voraussetzungen mit einem Cochlea Implantat medizinisch versorgt werden, können von einer logopädischen Entwicklungsbegleitung mit Hörtherapie enorm profitieren.

Periphere Hörstörungen können eine Fehlentwicklung der zentralen Hörfähigkeit mit verursachen und weitere Folgesymptome auslösen.

Zentrale Hörstörungen/auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVS oder AVWS) haben ihre Problematik in einer unzureichenden Wahrnehmung und Verarbeitung in Bereichen des zentralen Nervensystems.

Diese können sich auf konkrete übergeordnete Wahrnehmungs- und Hörverarbeitungsprozesse beziehen, aber auch auf sprachspezifische Wahrnehmungs- und Hörverarbeitungsprozesse, wie z.B. Lautwahrnehmung und -differenzierung, Wort-, Satz- und Sprachverständnis.

Sprach- und Sprechstörungen bei tiefgreifenden Entwicklungs- und Regulationsstörungen

Sprach- und Sprechstörungen bei tiefgreifenden Entwicklungs- und Regulationsstörungen

Wir behandeln in unserer Praxis Kinder und Jugendliche mit komplexen und tiefgreifenden Sprachentwicklungsstörungen. Diese sind im Folgenden aufgezählt:

  • Mutismus/selektiver Mutismus
  • Autismus: frühkindlicher Autismus und Autismusspektrumstörungen
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen und bei AD(H)S
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Verhaltensstörungen
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Störungen der sensomotorischen Integration (SI) und neuronalen Unreife
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Lernbehinderung
  • Sprachentwicklungsstörungen bei geistiger Behinderung
  • Sprachentwicklungsstörungen bei Mehrfachbehinderung
  • Sprachentwicklungsstörungen als Teilsymptom von Syndromen
  • Sprachentwicklungsstörungen nach Schädel-Hirn-Trauma und nach Schädigungen des zentralen Nervensystems (Unfallschäden, Schlaganfall, Epilepsie u.a.)

Störungen des Schriftspracherwerbs/Lese-Rechtschreib-Störung (LRS)

Störungen des Schriftspracherwerbs/Lese-Rechtschreib-Störungen (LRS)

Kinder und Jugendliche (auch Erwachsene) mit LRS weisen häufig kombinierte Störungen basaler auditiver, visueller und motorisch-koordinativer Fähigkeiten auf. Funktionen der zentralen neuronalen Organisation unterliegen ursächlich einer Fehlreifung in frühen kindlichen Entwicklungsstadien und beeinträchtigen im späteren Entwicklungsverlauf aufbauende Fähigkeiten, wie z. B. Lese-, Schreiberwerb, mathematische Fähigkeiten, assoziative Prozesse, komplexe Texterfassung, sprachliche Durchgliederungsfähigkeit.

Wir behandeln Lese-Rechtschreib-Schwächen (LRS) im Zusammenhang zu:

  • Sprachentwicklungsverzögerungen und –störungen
  • AV(W)S/zentralen Hörstörungen und verkürzter Hörmerkfähigkeit
  • Störungen des phonologischen Arbeitsgedächtnisses/der phonologischen Bewusstheit/Lautdifferenzierungsschwächen u.ä.
  • Komplexen Textverarbeitungsschwächen und Einschränkungen der sprachlichen Durchgliederungsfähigkeit
  • neuronaler Fehl- und Unreife von sensomotorischen Entwicklungsprozessen in Kombination mit o.g. Störungsbildern